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Modewort Detox: was steckt dahinter?

Früher nannte man es Saftfasten oder Entgiftungsfasten. Heute muss der Trend-Begriff Detox für die kurzzeitige Entgiftung des Körpers herhalten. In einer Kur von zwei bis drei Tagen soll all das ausgespült werden, was den Körper durch jahrelange einseitige Ernährung und Zusatzstoffe im Essen belastet.


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Lisa Mann

Master of Science (Ernährungs­wissenschaftlerin)
2. Dezember 2019
Bild: (c) Saphira / clipdealer.com

"Entgiftung"

Was der Idee früher wie heute fehlt, ist die wissenschaftliche Basis. Denn der Körper sammelt erwiesenermaßen keine "Schlacke" in Form von Giftstoffen oder Ablagerungen an – im Gegenteil, er entgiftet sich laufend selbst. Ein gut ineinandergreifendes System von Nieren, Leber und dem gesamten Verdauungstrakt sorgt dafür, dass diejenigen Stoffe aus dem Essen schnell wieder ausgeschieden werden, die unseren Organismus belasten könnten.

Die oft sehr teuren Entgiftungskuren aus Detox-Säften, Smoothies und Tees, die zum Verkauf angeboten werden, können zwar durch den Verzicht auf feste Nahrung ein Innehalten im Kopf bewirken und Fastende für bewusste Ernährung sensibilisieren; sie können aber weder gesundheitliche Probleme lösen, noch beim Abnehmen unterstützen.

 

Bilanz

Der Sinn oder Unsinn von Detox steht und fällt mit den Erwartungen, die man an die Kur hat. Abnehmen und – nicht vorhandene – Schlacke ausspülen wird durch Entgiftungskuren nicht gelingen.

Man kann aber durchaus einen bewussten Umgang mit dem Essen erlangen. Gegen einen zeitlich sehr begrenzten Verzicht auf feste Nahrung nach dem Vorbild des Heilfastens ist unter der Voraussetzung, dass der Fastende gesund ist, aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nichts einzuwenden. Dadurch kann unter Umständen sogar die Darmflora optimiert werden und nützliche Darmbakterien können einen Nährboden finden.

Diese positiven Effekte sind aber durch eine dauerhaft ausgewogene Ernährung ebenso gut, wenn nicht sogar leichter und vor allem schmackhafter erzielbar.




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